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Freitag, 24. April 2026

New York nach Philadelphia für unter 31 Dollar — mit dem Regionalzug statt Amtrak

New York nach Philadelphia — das geht mit dem Amtrak in anderthalb Stunden, kostet aber gerne mal bis zu 95 Dollar. Wer etwas mehr Zeit mitbringt und sparen will, kann die gleiche Strecke für unter 31 Dollar mit Regionalzügen fahren. Man muss nur wissen, welche Züge man nehmen muss.

Die einzige Hürde bei den Regionalzügen ist die Tatsache, dass es in den USA nicht ein großes Eisenbahnnetz eines einzigen Betreibers gibt, so wie wir es aus Deutschland mit der Deutschen Bahn kennen — auch wenn man fairerweise sagen muss, dass auch dort inzwischen diverse Regionalbetreiber unterwegs sind. Hier an der amerikanischen Ostküste braucht man ein wenig Planung und mehrere verschiedene Tickets, um eine Städteverbindung per Nahverkehr zu realisieren.

New York City liegt im Staat New York, Philadelphia in Pennsylvania — und dazwischen liegt New Jersey. Jeder Staat hat sein eigenes Regionalzugnetz: New York City hat unter anderem die Metro North und die Long Island Railroad, New Jersey hat NJ Transit und Pennsylvania hat SEPTA. Für unsere Route sind aber nur die letzten beiden relevant.

Erster Abschnitt: NJ Transit von New York Penn Station nach Trenton

Wenn man in Manhattan an der Penn Station losfahrt, hat man Glück: NJ Transit fährt hier ebenfalls ab — die Penn Station ist eine sogenannte „Union Station", an der mehrere Bahngesellschaften ankommen und abfahren und man als Fahrgast bequem umsteigen kann.

Man steigt also in einen Regionalzug der NJ Transit ein, Linie „Northeast Corridor", Endbahnhof Trenton. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten und an Wochentagen fahren die Züge bis zu dreimal pro Stunde. Eine Fahrkarte kostet 19,80 Dollar (Kinder bis 11 Jahre zahlen 9 Dollar).

Umstieg in Trenton

In Trenton muss man Zug und Bahngesellschaft wechseln. In der Regel fährt der SEPTA-Zug nach Philadelphia am gleichen Bahnsteig ab — man muss also nicht ins Bahnhofsgebäude gehen. Man hat allerdings ein paar Minuten Zeit, um sich etwas zu trinken zu kaufen oder die Beine zu vertreten.

Zweiter Abschnitt: SEPTA von Trenton nach Philadelphia

Gut zu wissen: SEPTA bietet derzeit keine Tickets an, die per Telefon gekauft werden können. Stattdessen funktioniert das System per Tap-to-Pay — man hält seine Kreditkarte beim Einsteigen an einen Kartenleser auf dem Bahnsteig und beim Aussteigen erneut. Abgerechnet wird dann nach Entfernung. Alternativ kann man sich eine klassische Fahrkarte am Automaten ziehen.

Die Zugfahrt dauert knapp eine Stunde. An Wochentagen verkehren bis zu zwei Züge pro Stunde. Eine Fahrt als Erwachsener kostet 11 Dollar, Kinder unter 12 Jahren fahren kostenlos mit den Eltern.

Ein kleiner Bonus

Ein Vorteil der SEPTA gegenüber Amtrak: Während Amtrak einen an der 30th Street Station rauslässt, kann man in der SEPTA einfach sitzen bleiben und bis zur Suburban Station weiterfahren — und landet damit direkt auf der Walnut Street, mitten im Herzen der Stadt.

Fazit: Lohnt sich das?

Zusammengefasst kostet eine Fahrt für einen Erwachsenen 30,80 Dollar und dauert unter drei Stunden inklusive Umstieg und Wartezeit in Trenton. Im Vergleich dazu verlangt Amtrak bis zu 95 Dollar für die gleiche Strecke, die allerdings in nur der Hälfte der Zeit zurückgelegt wird. Es gibt zwar günstige Amtrak-Angebote ab 10 Dollar, die verkehren jedoch zu sehr unpraktischen Zeiten — zum Beispiel kurz nach Mitternacht.

Die Faustregel ist einfach: Wer Zeit hat und sparen will, fährt Regional. Wer es eilig hat, nimmt Amtrak. Ich persönlich finde die Regionalzug-Variante entspannter — man sieht mehr von der Gegend, und das Umsteigen in Trenton hat fast schon etwas Abenteuerliches.

Ein Video meines kompletten Ausflugs nach Philadelphia findet ihr hier:

In drei Zügen nach Philadelphia 

 

 

 

 

 

Dienstag, 27. Januar 2026

Metro North fährt dann doch nicht bis nach Albany

Nachdem Amtrak versprochen hat, dass ab März wieder ein vollständiges Zugangebot zwischen New York City (Penn Station) und Albany rollen wird, wird die Anbindung von Albany and New York City (Grand Central) per Metro North überflüssig.

Viele haben sich auf günstigere Preise, Metro North hätte wohl nur halb so viel gekostet wie Amtrak, gefreut andere waren allerdings wenig begeistert eine so lange Fahrt in den ungemütlichen Sitzen eines Metro North Zuges zu sitzen.

Wie dem auch sei, Gouverneurin Hochul bestärkt ihre Absicht, den Verkehr über Poughkeepsie hinaus in Richtung Albany zu verbessern. Warten wir es ab.

Quelle: https://www.governor.ny.gov/news/statement-governor-kathy-hochul-137

Montag, 29. Dezember 2025

Bahnhof Birresborn im Dezember 2025

Eine Momentaufnahme aus dem Dezember 2025 vom Bahnhof Birresborn. Bald wird es hier auch Fahrdraht geben und die Züge werden elektrisch durch's Kylltal fahren. In Vorbeireitung darauf wurden sie Signale im Innenradius der Kurve bereits auf massive Ausleger montiert.

Das neue, elektronische Stellwerk ist allerdings bereits in Betrieb - die alten Signale sind lange abgebaut und neue Ks-Signale stehen am Gleis. Was auch nicht mehr existiert, ist das Birresborner Stellwerk samt Stelltisch. Am Gleis 1 stand ein - zugegeben nicht sehr schönes Gebäude - das neben einem Unterstand für die Fahrgäste auch ein komplettes Stellwerk samt Stelltsich enthielt.

Das Stellwerk war aber meist unbesetzt und wurde von Gerolstein aus ferngesteuert. Nur wenn es technische Probleme gab, hat in Birresborn ein Fahrdienstleiter gesessen.


Am Gleis 2 stehen, Blick in Richtung Mürlenbach/Trier.

Vom Bahnsteig am Gleis 2 aus das Stationsschild, welches am Gleis 1 steht.

Das neue, elektronische Stellwerk in Birresborn: Nur noch ein Container voller Elektronik

Nochmal das Stellwerk zusammen mit dem neuen Wartehäuschen am Gleis 1.

Das Wartehäuschen am Gleis 1 mit einem Infokasten rechts.

Am Ende des Bahnsteigs am Gleis 2, Blick in Richtung Gerolstein/Köln.

Auf Google-Maps kann man noch das alte, heruntergekommene Gebäude am Gleis 1 sehen, in dem das Stellwerk und der Unterstand war. Ich zeige hier einen Screenshot:


Den alten, schönen Bahnhof und die beiden historischen Stellwerke, die es in Birresborn gab kenne ich selber leider nur von Fotos die ich im Moment nicht zur Hand habe um sie hier zu zeigen.

Sonntag, 28. Dezember 2025

Bahnhof Gerolstein im Dezember 2025

Noch ist nichts von der drohenden Elektrifizierung zu sehen - der Bahnhof liegt an diesem frühen Sonntagnachmittag zuglos da. Die Überführung von der aus die Fotos entstanden sind muss im Zuge der Verstromung noch höher gelegt werden. 

Werden eigentlich alle Gleise im Bahnhof mit Fahrdraht versehen oder nur die Durchfahrtsgleise?  

Blickrichtung Köln/Bewingen - links vorne die BSW Turnhalle, links weiter hinten der Güterschuppen in dem die Fracht umgeschlagen wurde. Rechts das Gebäude ist die ehemalige Post.


Blick Richtung Trier/Prüm.  




Der neue Zugang vom Kasselburger Weg aus. 

Samstag, 22. November 2025

CNYK Southern Tier Line

Ich fahre nun seit über zehn Jahren regelmäßig über die NY Route 17 quer durch die Catskills nach Binghamton. Zwischen Hancock und Deposit verläuft parallel zur Straße auch die Southern Tier Line, eine Bahnstrecke, die von Port Jervis bis nach Binghamton führt.

Viel Verkehr gibt es dort nicht – meist nur ein einzelnes Güterzug-Paar, das irgendwann in den Abendstunden unterwegs ist. Und jedes Mal, wenn ich mit dem Auto an den Gleisen entlangfahre, werde ich ganz aufgeregt und hoffe, endlich einmal einen Zug zu erwischen. Doch in all den Jahren ist es mir nie gelungen.

Heute habe ich dann immerhin den gerade aus Port Jervis angekommenen Zug in Binghamton auf den Gleisen stehen sehen – ein kleiner Erfolg!

Von der LOVES-Tankstelle aus konnte ich den Zug mit drei Lokomotiven erkennen. Es kann nur die Southern Tier Line gewesen sein; ich habe es auf der OpenRailwayMap nachgeprüft. Die Strecke aus Scranton ist von der Straße aus nicht einsehbar. Rot markiert meinen Standort, und die drei gelben Balken zeigen die Lokomotiven, die in Fahrtrichtung Westen (im Bild nach links) standen.


Lange Rede - hier sind die Fotos die ich eilig im vorbeifahren aus dem Auto geschossen habe:





Freitag, 24. Oktober 2025

Der Herbst bringt Neues für Pendler auf der Hudson Line

Der diesjährige Herbst hält einige interessante Änderungen für uns Pendler bereit. Neben den üblichen Preiserhöhungen gibt es diesmal aber auch einige positive Nachrichten.

Seit Anfang Oktober sind einige Züge auf der Hudson Line schneller unterwegs – neue Signaltechnik ermöglicht es, dass man nun in sogenannten Super-Express-Zügen von Poughkeepsie bis zum Grand Central Terminal in nur noch 90 Minuten fahren kann. Außerdem wird es zwar insgesamt teurer, die Bahn zu nutzen, aber es gibt auch neue Sparmöglichkeiten. Und schließlich steht für das Frühjahr 2026 eine echte Premiere an: Metro-North wird zum ersten Mal seit 1967 wieder über Poughkeepsie hinaus bis nach Albany fahren.


Neue Super-Express-Züge

Super-Express-Züge auf der Hudson Line gibt es schon länger – sie unterscheiden sich vor allem in der Anzahl ihrer Halte. Während „normale“ Express-Züge im nördlichen Abschnitt zwischen Croton-Harmon und Poughkeepsie an allen Stationen (Poughkeepsie, New Hamburg, Beacon, Cold Spring, Garrison, Peekskill und Cortlandt) halten und nur zwischen Croton-Harmon und Harlem ohne Halt durchfahren, nehmen die Super-Express-Züge nur Fahrgäste in Poughkeepsie, New Hamburg und Beacon auf und fahren dann ohne weiteren Halt direkt nach Manhattan.

Die Fahrzeit hat sich deutlich verbessert: Von Poughkeepsie aus ist man jetzt in unter 90 Minuten am Ziel – etwa zehn Minuten schneller als vor der Änderung der Signalanlagen. Im Vergleich zu einem normalen Express-Zug, der bis zu 115 Minuten braucht, ist der schnellste Super-Express also ganze 25 Minuten früher im Grand Central Terminal.

Folgende Super-Express-Züge verkehren derzeit (Stand Oktober 2025):

Richtung New York:

  • Poughkeepsie ab 6:08 – Grand Central an 7:37 (89 Minuten)
  • Poughkeepsie ab 6:44 – Grand Central an 8:13 (89 Minuten)
  • Poughkeepsie ab 7:05 – Grand Central an 8:40 (95 Minuten)

Richtung Norden:

  • Grand Central ab 17:09 – Poughkeepsie an 18:37 (88 Minuten)
  • Grand Central ab 18:12 – Poughkeepsie an 19:40 (88 Minuten)
  • Grand Central ab 17:30 – Poughkeepsie an 18:58 (88 Minuten)

 


Neue Preise

Wenn sich zum Jahresende die Bahnpreise ändern, bedeutet das in der Regel: Es wird teurer. Und auch diesmal ist das so. Die Fahrpreise bei Metro-North steigen zwischen 4 % und 5 %. Eine Peak-Fahrt von Beacon in die Stadt kostet mich bisher $24 und wird künftig $25 kosten – also rund 4,5 % mehr.

Neu ist jedoch eine Rabattmöglichkeit für Peak-Fahrkarten, die es bisher nicht gab! Bislang konnte man der teuren Peak-Preiszone nur mit Zeitkarten (Wochen- oder Monatskarten) entgehen. Zwar gibt es Zehnerkarten für Peak-Züge, aber im Gegensatz zu Off-Peak-Zeherkarten sind diese nicht rabattiert.

Und genau diese Zehnerkarten werden jetzt abgeschafft. Sie waren bisher sechs Monate gültig – also recht flexibel – und vor allem im Off-Peak-Bereich rabattiert. Ersetzt werden sie durch ein neues „Pay-as-you-go“-Rabattmodell, ähnlich dem System der New Yorker U-Bahn: Wer innerhalb von 14 Tagen zehn Fahrkarten über die Metro-North-App kauft, bekommt die elfte Fahrt kostenlos. Metro-North verkauft dieses System als kundenfreundlicher, da man keine zehn Fahrten im Voraus bezahlen muss – und weil der Rabatt auch für Peak-Zeiten gilt.

Um von diesem Angebot zu profitieren, muss man allerdings in zwei Wochen an mindestens sechs Tagen den Zug nutzen. Für Pendler mit drei Bürotagen pro Woche ist das durchaus attraktiv – sie sparen eine Fahrt pro zwei Wochen. Gelegenheits- und Ausflugsfahrer bleiben hingegen außen vor und zahlen weiterhin den vollen Preis. Ich selbst übrigens auch – mit meinen zwei Bürotagen pro Woche profitiere ich davon nicht.


Tageskarten und Familienrabatte

Ich will mich aber nicht beschweren, denn es gibt noch eine weitere Neuerung: Tageskarten!
Diese werden 10 % günstiger sein als zwei Einzelfahrten – und das sogar zur Peak-Zeit. Eine Tageskarte kostet also $45 statt 2 × $25. Das entspricht immerhin dem Wert eines halben Biers! Und mit dieser Karte darf man bis 4 Uhr morgens des Folgetags beliebig oft hin- und herfahren.

Für mich sind Tageskarten vermutlich die beste Option – vor allem, weil sie die Nutzung der Super-Express-Züge ermöglichen, die alle in der Peak-Zeit verkehren.

Eine weitere gute Nachricht: Familienfahrkarten gelten künftig für Kinder bis 17 Jahre!
Bisher war die Grenze bei 11 Jahren, und Peak-Züge waren ausgeschlossen. Künftig kostet die Familienkarte (sofern ein Erwachsener mitfährt) nur $1 pro Kind – und das in allen Metro-North-Zügen.


Hinweis: Aufschlag beim Ticketkauf im Zug

Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Kauft eure Fahrkarten nicht im Zug!
Bisher wurde dafür ein Aufpreis von $1 erhoben – künftig sind es $2. Diese Strafgebühr soll auch dann gelten, wenn man das Ticket erst im Zug über die Metro-North-App kauft oder aktiviert. Man muss es also bereits vor dem Einsteigen am Bahnsteig aktivieren. Ich bin gespannt, wie das technisch umgesetzt wird.


Neue Verbindung nach Albany

Zum ersten Mal seit fast 60 Jahren will Metro-North wieder über Poughkeepsie hinaus bis nach Albany fahren – zunächst mit nur einem Umlauf:
Am späten Vormittag geht es von Grand Central nach Albany, am Nachmittag wieder zurück.

Geplante Zwischenhalte sind Rhinecliff und Hudson. Andere ehemalige Haltestellen wie Hyde Park oder Germantown stehen derzeit nicht auf dem Plan – vermutlich, weil dort keine Infrastruktur mehr vorhanden ist.

Das Angebot richtet sich zunächst nicht an Pendler, sondern ist ein Testlauf. Wenn die Verbindung gut angenommen wird, könnten künftig weitere Fahrten dazukommen. Preislich ist von rund $40 pro Fahrt die Rede – deutlich günstiger als bei Amtrak, wo die Strecke aktuell bis zu $109 kostet.

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