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Dienstag, 13. November 2018

Im Union Depot und Fahrgastwechsel

Das Einsteigen in den Zug ist beim Fernverkehr hier etwas anders als man es aus Deutschland kennt. Hier wird sich ordentlich in einer Reihe am Ausgang zum Bahnsteig ("Gate") aufgestellt und erst nachdem alle Aussteiger raus sind, geht es rein. Wie am Flughafen.

Das gilt zumindest für die Halte in grösseren Städten. An kleineren Bahnhöfen, wie zum Beispiel an meinem Heimat-AMTRAK-Bahnhof "Croton-Harmon", geht es nicht ganz so förmlich zu - liegt aber sicher daran, dass die Zahl der Fernreisenden doch vergleichsweise klein ist. Allerdings muss man auch da seine Fahrkarte vor Einstieg dem an der Tür wartenden Schaffner zeigen.

Ein"grosser Fahrgastwechsel" wie er hier in St. Paul stattfindet kostet natürlich Zeit. Zumal auch Gepäck eingechecked werden kann, das dann in einem separaten Gepäckwagen reist. Aber wer in den USA Bahn fährt, braucht ohnehin viel Zeit. Da kommt es auf 15 Minuten Aufenthalt zum Ein-/Aussteigen nicht an.

Ein kleiner (verwackelter und tonmässig nicht so toller) Videoclip zeigt den Fahrgastwechsel und ein paar Impressionen von der wunderschönen Halle des Union Depot in St. Paul:



Fotos hatte ich bei meinem ersten Besuch vor 4 Jahren schon gemacht und auch hier gezeigt.

Donnerstag, 22. März 2018

Toronto Union Station

Long time, no blog post.

Ich hatte in dieser Woche die Gelegenheit Canadas groesste Stadt, Toronto, zu besuchen. Ich waere gerne selber per Bahn gefahren, immerhin gibt es eine taegliche AMTRAK-Zugverbindung von hier (Croton) direkt nach Toronto. Aber da es eine Dienstreise war und Zeit Geld ist, war es schwer zu rechtfertigen 12h Zugfahrt gegenueber 1h Flug zu buchen.

Toronto CA, Union Station



Egal, ein kurzes Bahnerlebnis war mit gegoennt. Ich konnte den Airport Express "UP" benutzen, der Torontos Union Station mit dem Pearson International Airport verbindet. Der Zug faehrt 3x pro Stunde und kostet knapp $13 CAD fuer einen Erwachsenen, ein Weg.



Leider hatte ich keine Zeit mich ein wenig ausfuehrlicher im Bahnhof umzuschauen. Aber auf dem Weg vom Haupteingang zu den Bahnsteigen des "UP", konnte ich ein paar Fotos schiessen.

Die Fahrkarten wurde vor dem Einstieg kontrolliert.



Was mir gerade auffaellt... UP - der Flughafenexpress verbindet Union Station und Pearson Airport. Und am Flughafen geht's fuer gewoehnlich "up into the air". Da ging sicher viel Marketinghirnschmalz drin. Sowas mag ich!

Sonntag, 3. August 2014

Union Station Nashville

Im Jahr 1900 wurde Nashville, Tennessee eine Union Station gebaut, die seinerzeit von 8 Eisenbahngesellschaften eröffnet und schliesslich auch angefahren wurde. Die Station liegt westlich der Innenstadt.

Bis in die Vierziger Jahre war der Bahnhof per Strassenbahn an die Innenstadt angebunden - eine elektrische Strassenbahn gab es bereits seit dem Jahr 1889 in Nashville - allerdings wurde das Strassenbahnsystem 1941 aufgegeben und der innerstädtische Nahverkehr wird seither von Bussen bedient.

Vor einigen Jahre wurde diskutiert, ob man wieder ein Light-Rail System in Nashville installieren sollte um dem immer dichter werdenden Verkehr Herr zu werden. Aus Kostengründen setzt man aber zukünftig auf ein Expressbus System.

Eine "Commuter-Rail" Linie die ihren Endbahnhof am östlichen Ende des Broadways, der Riverfront Station am Cumberland River hat, verkehrt seit dem Jahr 2006 als "Music City Star" und verbindet das etwa 50km entfernte Lebanon mit der Musik-Hauptstadt der USA.

Personen-Fernverkehr zur Union Station verkehrt allerdings seit Oktober 1979 nicht mehr in Nashville. Nach dem Ende wurde die Station stillgelegt, wenngleich auch der Zugverkehr an sich nicht endete. Frachtzüge passieren die Union Station bis zum heutigen Tag.




Die Union Station in Nashville/Tennesee sieht allerdings im Gegensatz zur nicht mehr genutzten Union Station in Gary/Indiana heute schmucker aus denn je. Das Gebäude der Union Station beherbergt ein Luxushotel und ist entsprechend hergerichtet.




Vorderseite, nach Osten gewandt, der Union Station.

Links vom Bahnhof war der überdachte Gang zu den Gleisen.
Vom Ende des Übergangs noch ein Blick auf die Gleise mit dem noch verbiebenen Frachtverkehr.

In die Lobby des Hotels darf man auch als Nicht-Gast rein und sich in aller Ruhe alles ansehen und fotografieren. Der ehemalige Wartesaal des Bahnhofs ist heutzutage der Empfangsbereich des Hotels. Viele Artefakte aus der Zeit als Bahnhof sind noch erhalten und ins Gesamtbild integriert.




Hinter der Rezeption hängt der zuletzt gültige Fahrplan, als man noch als Reisender per Zug aus St.Louis oder Chattanooga nach Nashville gekommen ist.



Quellen:
http://www.nashvillemta.org/Nashville-MTA-history.asp
http://en.wikipedia.org/wiki/Union_Station_(Nashville)
http://en.wikipedia.org/wiki/Music_City_Star

Freitag, 1. August 2014

Union Station Kansas City

Kansas City, Missouri besitzt - südlich der Innenstadt gelegen - ein eindrucksvolles Bahnhofsgebäude: Die Union Station.
Die vor nicht allzu langer Zeit komplett restauriert Station, wurde 1914 eröffnet und erlebte ihren Höhepunkt 1945, als täglich um die 670.000 Reisende den Bahnhof nutzten. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges im gleichen Jahr, nahm die Zahl der Reisenden kontinuierlich ab und der Bahnhof schloss 1985, also 40 Jahre später, seine Pforten.

Elf Jahre später gründete sich eine Interessengemeinschaft, die das Geld aufbrachte um den alten Bahnhof wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Zunächst wurde die Kansas Union Station allerdings noch ohne Zugverkehr im Jahr 1999 wiedereröffnet und diente nur als Herberge für ein Museum und Ort für öffentliche Veranstaltungen.

Im Jahre 2002 kehrte dann letztendlich die AMTRAK zurück, und der Bahnhof konnte wieder seiner eigentlichen Aufgabe gerecht werden - wenn auch nicht in dem Umfang wie etwa 60 Jahre zuvor. Bis heute hat sich die Kansas Union Station mit etwa 450 Reisenden täglich zum zweitgrössten Bahnhof von Missouri entwickelt. Unglaublich, aber das sind weniger als 0.07% der Reisenden 1945. Es gibt also noch Potential...

Für die nahe Zukunft ist zudem eine Anbindung der Station an den Stadtkern per Strassenbahn (Lightrail) geplant. Bereits im nächsten Jahr sollen die Streetcars zur Union Station rollen um Passagiere bequem zu den Fernzügen nach St. Louis, Chicago und Los Angeles zu bringen.

Derzeit verkehren 2 Linien der AMTRAK:


Wie auch in St.Paul, Minnesota, erinnert man sich allmählich wieder an die alte, verlässliche Infrastruktur, setzt sie instand und bindet die alten Trassen mit ihren Fernzügen der AMTRAK wieder an die Stadtkerne der amerikanischen Großstädte an.

Der Bahnhof von aussen





Diese Art und Weise die Parkgebühr zu entrichten kennen wir ja schon von der Bostoner MBTA. Man merkt sich die Nummer der Parktasche, und steckt den entsprechenden Betrag in den dafür vorgesehenen Schlitz. Wunderbares System. Klappt auch bei Stromausfall! 

Die Wartehalle


Heute mit Restaurants, Austellungsflächen und kleinen Boutiquen bestückt.



Unter der grossen Uhr entlang geht/ging es zu des Gleisen. Heute kann man auch wieder per Zug hier ankommen und losfahren, aber neben Bahnsteigen gibts es dort auch ein Kindermuseum zu entdecken.


Wunderschöne Decke...

... mit lecker Lampen.

Der Übergang zu den Gleisen






AMTRAK


Der kleine Teile des Bahnhofs, der sich mit Zugreisen und den Zugreisenden beschäftigt. Immerhin waren die Schalter mit 2 Bahnern besetzt die beraten, das Gepäck einchecken, Tickets verkaufen und mit Rat und Tat zur Stelle sind.





Strassenbahn

Und zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft. Vom Skywalk aus, der den Bahnhof mit dem Crown Center verbindet, hat man einen guten Blick auf die Baustelle in der Main Street - hier entsteht die Strassenbahn, die den alten, ehrwürdigen Bahnhof mit Kansas City Downtown verbindet.




Quellen:

  • http://www.kcata.org/light_rail_max/kansas_ctiy_streetcar
  • http://en.wikipedia.org/wiki/Union_Station_(Kansas_City,_Missouri)

Sonntag, 27. Juli 2014

Saint Paul Union Depot

Nachdem in in den Twin Cities ja schon ein bisschen Eisenbahnzeug besuchen konnte, war ich heute endlich am Union Depot in St. Paul. Der Bahnhof wurde bis Ende 2012 komplett renoviert um in Zukunft wieder eine wichtigere Rolle als Knotenpunkt im Bahn und Busverkehr zu spielen als noch im Moment.

Union Depot St. Paul

Derzeitiges Ende der "Green Line" kommend aus Minneapolis.

Vor dem Haupteingang befindet sich die Anbindung an das Stadtbahnsystem der Städte Minneapolis und St. Paul. Die "Green Line", die seit dem 14. Juni 2014 am Union Depot in St. Paul ihre Endstation hat, bindet somit seit langer Zeit nochmals das Stadtzentrum von Minneapolis an das kontinentale Schienennetz der USA an.

Die Vorderseite des Bahnhofs lässt schon erahnen, dass die wiedereröffnete Station einst viel Verkehr zu bewältigen hatte. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es hier fast 300 Zugbewegungen täglich bei denen an neun Bahnsteigen mit 18 Gleisen die Züge abgefertigt wurden.

Wenn man die Haupthalle betritt, blickt man zunächst auf eine Batterie von (nicht mehr genutzen) Fahrkartenschaltern. Die enorme Grösse der Wartehalle lässt ohne weiteres den Schluss zu, dass hier einmal hunderte von Passagieren ihre Reise durch die USA antraten oder beendeten. Heute befindet sich in der ehemaligen Haupthalle ein Restaurant in dem man das Ambiente bei griechichem Essen auf sich wirken lassen kann.

Von den Sitzplätzen des Restaurants eingeschlossene Fahrkartenschalter.

Blick nach links

Blick nach rechts, über das Restaurant hinweg.

Blick in den Übergang zu den einst 18 Gleisen.

Der heutige Wartebereich ist in den Übergang, der zu den Gleisen führt, integriert. Immer noch sehr grosszügig für die 2 (ja, richtig - zwei Zugbewegungen) und die handvoll Busse die hier täglich verkehren.

Wartesaal

Abgänge zu den Gleisen und Bussteigen. Allerdings sind nicht mehr alle in Betrieb. Die beiden im Bild vorne verfügen z.B. nicht mehr über eine Treppe nach unten.

Blick zurück aus dem Übergang.
Im vorderen Bereich befinden sich als erstes die Abgänge zu den Bussteigen. Hier halten Linien der Greyhound, Megabus und andere regionale Buslinien.


Der im Moment noch einzige Zugang zum Schienenverkehr ist ganz am Ende der Halle. Hier fahren die beiden Züge der Amtrak ab. Genau genommen ein Zugpaar pro Tag - also ganz genau genommen sind es 2 Zugpaare. Nämlich das Zugpaar von Chicago nach Seattle/Washington (Nr. 7/8) und das Zugpaar von Chicago nach Portland/Oregon (Zug Nr. 27/28). Allerdings fahren hier in St. Paul beide Züge noch als ein Zug, der später geflügelt wird.


Übersichtlicher Zugzielanzeiger.

Der Vollständigkeit halber noch ein Blick auf die Gleise des neu angelegte AMTRAK Bahnsteigs. Leider waren die Abgänge verschlossen, sodass ich von oben knipsen musste.

Gleise ohne Bahnsteig in Richtung Portland/Seattle.

Bahnsteig, Blick in Richtung Chicago (also die Gleise führen da hin)

Die Wartebänke in der Halle sind, vorbildlich, mit normalen Strom-Steckdosen und USB Buchsen ausgestattet um seine mobilen Geräte aufladen zu können. Kostenloses WiFi gibt es natürlich auch.



Neben den vielen zweckmässigen Einrichtungen im neu renovierten und wiedereröffneten Union Depot, gibt es viele liebevoll gestaltete und erhaltene Kunstwerke, tolle Fresken und auch ein Abgang, der nicht renoviert, noch im Zustand erhalten ist, wie ihn die letzten Reisenden 1993 erlebt haben. Am oberen Ende der noch erhaltenen alten Treppe, gibt es einen kleinen Raum mit ausgestellten Fundstücken, die während der Renovierung gefunden und für erhaltenswert erachtet wurden.






Der orginal erhaltene Abgang zu den (nicht mehr vorhandenen) Gleisen. Die gelbe Bahnsteigkante und das Snoopy Hundehaus sind meiner Meinung nach aber nachträglich hinzugefügt worden. Aber ich kann mich irren ;)

Leider stand an diesem Ausstellungsstück kein Beschreibung was es ist bzw. war. Ich vermute aber, dass es das Ende eines Rohrpostsystems ist, das auf den Bahnsteigen installiert war.




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