Durchsuche diesen Blog

Dienstag, 3. Januar 2017

Neues

Neben der groessten Neuerung, der langersehnten Eroeffnung der 2nd-Avenue-Line, habe ich heute frueh auf meiner Stamm-U-Bahnlinie andere, an die neuen Gegebenheiten angepassten, Ansagen gehoert.

Am Union Square wird nun auch der Umstieg zur W Linie angesagt.
Die Dabbelju wurde ja in Vorbereitung auf die neu verlaufende Q wieder eingefuehrt und fand nun auch ihren Weg in die automatischen Umsteigeansagen in den Zuegen.

An der Fulton-Street wird auch der Uebergang zum PATH train angesagt.

Nachdem Mitte 2016 der neue Downtown-Bahnhof' "Oculus" eroeffnet wurde, kann man hier nun von einem U-Bahnsystem (PATH) in das andere (MTA) wechseln. Der Bahnhof Oculus ist mit der Station Fulton Street verbunden. Letztendlich wurde nun auch die Zugansage geaendert um den Reisenden besser zu informieren. Wohlgemerkt, der Uebergang PATH/MTA ist nicht kostenlos - da stecken verschiedene Betreiber dahinter.

Bald werden direkt am Oculus auch noch die MTA Linie 1 (westliches Ende) und Linie R (oestliches Ende) anhalten.


Samstag, 24. Dezember 2016

Frohe Weihnachten

Ein paar Bilder die ich gestern im weihnachtlich geschmueckten Grand Central Terminal geschossen habe - damit wuensche ich frohe Festtage und auch schonmal einen guten Rutsch nach 2017.

Unter der Flagge durch geht es in die Vanderbilt - Hall, den ehemaligen Wartesaal des Bahnhof. Hier ist in der Vorweihnachtszeit immer ein (hochpreisiger und exklusiver) Weihnachtsmarkt.

Blick vom Balkon des Apple Store aus in die Haupthalle.

Gleisseite und auf dem Balkon die Genius Bar des Apple Store. 


Der Marktteil in der Vanderbilt-Halle - hier gibt es Kunst, Handwerk und Genaehtes.

Erstmalig in diesem Jahr, die Haelfte des Weihanchtsmarktes mit "Fressstaenden". Aber auch hier gleiches Preissegment wie bei den Staenden. HotDog 8$, Laib Brot 12$ etc.



In der wechselden Ausstellung des MTA Museum im Grand Central Terminal steht jedes Jahr zu Weihnachten eine Modelleisenbahn - wohl in erster Linie um den Verkauf von Modellbahnzubehoer und Bahnliteratur zu foerdern. Die Anlage ist jedes Jahr die gleiche - man kenn also irgendwann jeden Baum, aber egal. Die Kinder lieben es.








Dienstag, 20. Dezember 2016

Lotsendienst

Heute frueh nahm ich den 635er Bus. Bei dem Kurs kann ich kurzfristig entscheiden ob ich entweder am Bahnhof Cortlandt aussteige und dort etwa 20 Minuten auf den Zug warte oder weiter fahre bis Croton um dort einen Zug zu nehmen. Die Fahrt nach Croton ist etwa 15 Minuten laenger, aber da ich in Cortlandt nur rumsitzen wuerde, ist es egal. Ein Vorteil, den die laengere Busfahrt bringt ist, dass ich in Croton einen dort eingesetzten Express-Zug nehmen kann. Da ist ein Sitzplatz garantiert und der Uebergang ist praktisch ohne Wartezeit - der Zug steht schon am Bahnsteig wenn der Bus ankommt.

Heute sollte es fuer mich  die 635er-bis-Croton-Tour sein.

Also, rein in den Bus und los geht's. Zwei Haltestellen spaeter ist eine Frau an ihrem Ziel angekommen und der Busfahrer murmelte etwas zum Buspublikum:  "someone - take - over...".Ich war mir zu dem Zeitpunkt aber nicht sicher was er will und dachte er bittet, dass jemand der Dame beim Aussteigen hilft. Ein anderer Fahrgast machte sich auch sogleich nach Vorne auf setzte sich aber nur hin. Die Frau war lange weg. Nunja - der Fahrer und der Fahrgast unterhielten sich und es ging weiter.

Als wir dann auf den Halt in der Naehe des Bahnhof Cortlandt zukamen, drehte sich der vorne sitzende Fahrgast in meine Richtung und sagte zum Fahrer, auf mich zeigend: "That guy usually gets off here." Er fragte dann auch nochmal bei mir nach, ob ich denn nicht aussteigen wolle. Ich hatte keinen Haltewunsch gedrueckt. Nein, wollte ich nicht - war zu kalt, ich fahre bis Croton.
Aber schon beeindruckend - die Pendlerschaft kennt sich untereinander. Man redet zwar nicht, ja man gruesst nichtmal, aber man weiss was der andere tut und ja, irgendwie kuemmert man sich. Find ich dufte.


Aber nun wurde mir klar, was da vorne passierte - die Fahrgaeste wechseln sich ab dem Fahrer die Richtung zu zeigen und die Haltestellen anzukuendigen. Da der aktuelle Lotse in der Klinik, die der Bus durchfaehrt, raus muss und ich gerade in ein Gespraech mit ihm verwickelt war, wurde ich kurzerhand zum nachfolgenden Buslotsen berufen. Ha! Also dann, ich habe mich vorne in Position gebracht und den Busfahrer, der die Linie 14 noch nie gefahren ist, zunaechst mal durch den Klinikkomplex gelotst. Alleine auf dem Gelaende gibt es 4 Haltestellen - und wenn man nicht aufpasst, ist man an den richtigen Wegverzweigungen vorbei oder falsch gefahren.



Wieder zurueck auf der Route 9, also der Hauptstrasse nach Croton, war es dann weniger problematisch da es nur geradeaus geht - ich hab ihm nur die Haltestellen angesagt. Insbesondere die, wo Leute gewoehnlich einsteigen oder wenn im Bus ein Haltewunsch bimmelte.

In Croton selber werden ein paar Haken durch Seitenstrassen gefahren, sodass ich wieder mehr Abbiegehinweise geben musste als zuvor auf der Landstrasse - wir haben es aber ohne weitere Vorkommnisse bis zum Bahnhof Croton geschafft. Hier musste ich dann raus. Letzter Hinweis an den Fahrer war noch, dass er gleich hinter der Bruecke, unter der er anhielt, links auf den Highway muss um zum naechsten Dorf "Ossining" zu kommen. Er bedankte sich, ich stieg aus und er fuhr los.

Hier bin ich gerade ausgestiegen und der Bus haette gleich hinter dem Mast links abbiegen sollen 0 er ust aber gerade weiter. Ob er wohl je an seinem Ziel "White Plains" angekommen ist?

Und tja, was soll ich sagen - er hat die Auffahrt verpasst und fuhr weiter in Richtung Bahnhof. Da kommt man leider nicht weiter - und es ist voll mit Autos die gerade ankommen. So musste der Arme inmitten des Morgenverkehrs am Bahnhof seinen Bus in 3 Zuegen wenden um dann nochmal zu versuchen die Highway-Auffahrt zu treffen. Er hat's geschafft. Aber ob er am Ziel angekommen ist?


Montag, 12. Dezember 2016

Das Ende des Schienengüterverkehrs im Bahnhof Euskirchen

Ein kurzer Blick zurueck nach Hause: Lasst uns die Strassen weiter verstopfen!

Ein Koelner Lokfuehrer hat das ganze vor ein paar Tagen schon kurz gezwitschert...



Und schliesslich hat Sebastian Petermann das Ende des Gueterverkehrs in
Euskichen zum Fahrplanwechsel in diesem Dezember mit ein paar Fotos und folgendem Artikel etwas ausfuerhlicher dokumentiert:

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 wird der Euskirchener Güterbahnhof nicht mehr durch die Deutsche Bahn Cargo bedient. Nach mehr als 150 Jahren ist der Umschlag von Gütern auf die Bahn im Bahnhof Euskirchen damit Geschichte. 
Dies betrifft sowohl die Ladestraße mit der zuletzt verbliebenen Verladung von Stammholz, als auch die Leerwagenabstellung der DB Cargo im Bahnhof selbst.

Lest den komplette Artikel hier...

Montag, 7. November 2016

W wie "wieder da"

Nachdem viele Jahrzehnte lange kein Meter Gleis zum New Yorker U-Bahnnetz hinzu kam, geht es jetzt Schlag auf Schlag.

Im letzten Jahr wurder die Linie 7 an Ihrem Manhattan-Ende um eine Station verlaengert und in diesem Jahr wird es einen weiteren neuen Ast im Netz geben.

Die langersehnte Second-Avenue Line geht mit dem ersten Teilstueck in Betrieb. Drei neue Stationen werden ab 2017 den Osten von Manhattan zwischen der 96. und 66. Strasse bereichern.

In Vorbereitung auf die Eroeffnung wurde heute die Linie W in Betrieb genommen. Sie faehrt auf dem Kurs der bisherigen Linie Q von Astoria/Ditmars Boulevard in Queens bis Canal Street. Ab Canal Street fogt die Linie W dem Kurs der R bis zum Endhald "Whitehall/South Ferry".

Die Linie Q hat heute ihren vorlaeufigen, noerdlichen Endhalt am suedlichen Ende des Central Parks, 57th Street/7th Avenue.


Auf der folgende Karte ist bereits der neue Ast der Q-Linie engezeichnet, der aber erst zum Jahreswechsel befahren wird.


Dank der (wieder)einfuehrung der Linie W, ergibt sich auf der U-Bahnkarte nun auch eine Erwaehnung meiner alten Heimat NRW ;)




Freitag, 7. Oktober 2016

Lobgereime an den Barmherzigen

Am Halt Brooklyn Bridge schob eine junge Mutter ihren Kinderwagen samt schlafendem Kind in den uptown-fahren Zug der Linie 4. Abgekämpft und müde setzte sie sich hin. Ja, so sieht man als Elternteil aus, wenn man nach einem langen Tag abends samt Nachwuchs in die New Yorker Subway steigt. Die Stirn gesenkt, die linke Hand am Kinderwagen, die rechte haelt ein Buch fest. Wer Kinderwagennutzer ist weiss, dass neben dem Kind auch noch Wechselkleidung, kleines Snacks, etwas zu trinken und Spielzeug als Ladung zu finden ist.
Sie hatte auch noch eine Gitarre dabei. Scheinbar aber ohne die Absicht in der Bahn zu spielen sondern es eher dem Kind gleichtun und ein wenig entspannen. 

Der Zug fuhr mit einem Ruck los in Richtung Union Square und aus dem Lastfach unter der Schlafkoje des Kinderwagens war ein lautes Rappeln zu hoeren. Während ich stehend durch das gesprungene Glas meines Telefons auf meine Runde Solitär blickte, zog das Geraeuch meine Aufmerksamkeit auf den Kinderwagen. Unten zwischen den Wechselklamotten sah man eine Dose die bodenbedeckend mit ein paar Münzen gefüllt war. Ein Zettel mit "Need to pay my rent." klebte dran. Mein Blick ging von der Dose aus am Kinderwagen hoch und oben in dem Fach am Schiebegriff war zudem eine Foodstamp-Karte zu erkennen. Eine Art Sozialhilfe, die aber dem Vernehmen nach nicht wirklich fuer ein Leben in NYC reicht. Und schon gar nicht fuer zwei Leben von Mutter und Kind. Offensichtlich waren die beiden also in der Gegend um die City-Hall unterwegs, um sich ein paar Dollar dazu zu verdienen und der spärlichen Füllung der Dose nach mit nur maessigem Erfolg.

Am Union Square stieg ein junger Mann ein, der sich nachdem die Türen geschlossen waren in der Mitte des Wagens aufbaute und seine Stimme erhob: "Ladies and Gentlemen..." - ach Gott, dachte ich während ich mich stumm auf mein Solitär konzentrierte, schon wieder so ein unehrenhaft entlassener Veteran, der hier ungewaschen mit seiner Lebensgeschichte nervt. Ich mag die nicht. Künstler allerdings, Musiker oder Artisten, eigentlich alle die mich irgendwie unterhalten und mir die Trostlosigkeit meines zweistündigen Wegs von und zur Arbeit etwas bunter machen, können sich in der Regel drauf verlassen, daß ich ihnen einen George Washington abtrete. Aber Prediger, ungepflegte Bettler und dergleichen eigentlich nicht. Gut, alte klapprige Öhmchens und Opis am Ender der Rolltreppe runter zur Ubahn, solche mit leeren Augen und die Dir mit zittrigen Händen einen kaum klimpernden mit Münzen bestückten Kaffeebecher entgegen halten - die erweichen von Zeit zu Zeit mein Herz. 

Aber zurück zum Union Square. Ich schaute rüber zu dem um Aufmerksamkeit buhlenden Herrn uns sah einen gut gekleideten jungen Mann, der sich als Kunststudent vorstellte und eines seiner Gedichte vortragen wollte. Nun gut, da hab ich schon echt gutes Gehört in der Ubahn - und ja, auch mit einem Dollar belohnt.

Die Show begann. Der Hobby-Poet hatte einen sehr starken Dialekt, wie man ihn zuweilen im Bezirk nördlich von Manhatten oft zu hören bekommt. Seine Poesi reimte sich wie eine schleche Rede auf einer Kappensitzung eines beliebigen Eifeldorfs. Das Werk handelte - warum wundert es mich nicht - über die unendliche Gnade des Herrn und Jesus Christus. Aber Gut, wenn seine Religion diesen Jungen bewegt, dann ist es völlig okay wenn er sie besingt oder er um sie herum dichtet. Von mir aus kann er eine Ode an "grobe Leberwurst" vortragen - wenn er das gut macht und es mich unterhält, finds ich's super. Aber der nuschelnde, reimende Nordstadt-Poet hier war einfach nur fürchterlich. Er hat sein eigenes Werk so fürchterlich emotionslos vorgetragen, dass es hier definitiv kein Geld von mir zu erwarten war. Nachdem sein holpriges Lobgereime an den Barmherzigen dann nach langen 5 Minuten endlich vorbei war, machte er sich auf den Weg durch den Wagen, seine Tantiemen einzusammeln. Scheinbar hat es noch mehrern nicht gefallen. Keiner stellte sich an von seinem Handy oder seiner Zeitung abzulassen, um das dichterische Meisterwerk zu honorieren. 

Keiner? Halt, es klimperte zu meiner linken. Die Musikfrau, die ihre Miete per Gitarre betreitet, die griff doch tatsächlich in ihre Büchse und hole ein paar Quarter raus. Sie war echt sie einzige, die dem jungen Freund etwas für seine Darbietung gegeben hat. Vermutlich ist sie auch die einzige, die wirklich nachvollziehen kann, was es bedeutet um jeden Dime kämpfen zu müssen. 

Diese Geste hat mich nachdenklich gemacht. Der Zug bog in den leichten Rechtsknick zu meinem Zielhalt Grand Central ein und die ersten Mitfahrer bewegten sich zur Tür um auf den Bahnsteig und dann nach oben zu eilen. Ich war immer noch in Gedanken bei der Musikerin und dem Gottes-Reimer und griff kurzentschlossen in die Tasche und zog meinen Geldbeutel raus. Ich glaube, ich hätter der Gittarrenmutter auch einen Zwanziger in die Sammeldose gesteckt - hatte aber nur noch 4 lumpige Dollar. Egal, für den Wurf der Scheine in ihre Mietsammeldose habe ich mir eine strahlendes Lächeln zum Wochenende erkauft und sie hat mit ihrer Geste dem glücklosen Hobbypoeten gegenüber ihren Einsatz mindestens vervierfacht. 

Hoffentlich hilft's. Ich musste heute nur auf ein Fahrbier verzichten und ich hab es gerne getan.

Beliebte Posts