Die einzige Hürde bei den Regionalzügen ist die Tatsache, dass es in den USA nicht ein großes Eisenbahnnetz eines einzigen Betreibers gibt, so wie wir es aus Deutschland mit der Deutschen Bahn kennen — auch wenn man fairerweise sagen muss, dass auch dort inzwischen diverse Regionalbetreiber unterwegs sind. Hier an der amerikanischen Ostküste braucht man ein wenig Planung und mehrere verschiedene Tickets, um eine Städteverbindung per Nahverkehr zu realisieren.
New York City liegt im Staat New York, Philadelphia in Pennsylvania — und dazwischen liegt New Jersey. Jeder Staat hat sein eigenes Regionalzugnetz: New York City hat unter anderem die Metro North und die Long Island Railroad, New Jersey hat NJ Transit und Pennsylvania hat SEPTA. Für unsere Route sind aber nur die letzten beiden relevant.
Erster Abschnitt: NJ Transit von New York Penn Station nach Trenton
Wenn man in Manhattan an der Penn Station losfahrt, hat man Glück: NJ Transit fährt hier ebenfalls ab — die Penn Station ist eine sogenannte „Union Station", an der mehrere Bahngesellschaften ankommen und abfahren und man als Fahrgast bequem umsteigen kann.Man steigt also in einen Regionalzug der NJ Transit ein, Linie „Northeast Corridor", Endbahnhof Trenton. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten und an Wochentagen fahren die Züge bis zu dreimal pro Stunde. Eine Fahrkarte kostet 19,80 Dollar (Kinder bis 11 Jahre zahlen 9 Dollar).
Umstieg in Trenton
In Trenton muss man Zug und Bahngesellschaft wechseln. In der Regel fährt der SEPTA-Zug nach Philadelphia am gleichen Bahnsteig ab — man muss also nicht ins Bahnhofsgebäude gehen. Man hat allerdings ein paar Minuten Zeit, um sich etwas zu trinken zu kaufen oder die Beine zu vertreten.Zweiter Abschnitt: SEPTA von Trenton nach Philadelphia
Gut zu wissen: SEPTA bietet derzeit keine Tickets an, die per Telefon gekauft werden können. Stattdessen funktioniert das System per Tap-to-Pay — man hält seine Kreditkarte beim Einsteigen an einen Kartenleser auf dem Bahnsteig und beim Aussteigen erneut. Abgerechnet wird dann nach Entfernung. Alternativ kann man sich eine klassische Fahrkarte am Automaten ziehen.
Die Zugfahrt dauert knapp eine Stunde. An Wochentagen verkehren bis zu zwei Züge pro Stunde. Eine Fahrt als Erwachsener kostet 11 Dollar, Kinder unter 12 Jahren fahren kostenlos mit den Eltern.
Ein kleiner Bonus
Ein Vorteil der SEPTA gegenüber Amtrak: Während Amtrak einen an der 30th Street Station rauslässt, kann man in der SEPTA einfach sitzen bleiben und bis zur Suburban Station weiterfahren — und landet damit direkt auf der Walnut Street, mitten im Herzen der Stadt.Fazit: Lohnt sich das?
Zusammengefasst kostet eine Fahrt für einen Erwachsenen 30,80 Dollar und dauert unter drei Stunden inklusive Umstieg und Wartezeit in Trenton. Im Vergleich dazu verlangt Amtrak bis zu 95 Dollar für die gleiche Strecke, die allerdings in nur der Hälfte der Zeit zurückgelegt wird. Es gibt zwar günstige Amtrak-Angebote ab 10 Dollar, die verkehren jedoch zu sehr unpraktischen Zeiten — zum Beispiel kurz nach Mitternacht.
Die Faustregel ist einfach: Wer Zeit hat und sparen will, fährt Regional. Wer es eilig hat, nimmt Amtrak. Ich persönlich finde die Regionalzug-Variante entspannter — man sieht mehr von der Gegend, und das Umsteigen in Trenton hat fast schon etwas Abenteuerliches.
Ein Video meines kompletten Ausflugs nach Philadelphia findet ihr hier:
In drei Zügen nach Philadelphia



