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Freitag, 5. Juli 2013

Commuter Rail MBTA - analog und robust in und um Boston

Langes Wochenende mit und bei Freunden. Wir feiern gemeinsam den 4. Juli und setzen uns Freitags von der Gruppe ab um Boston zu erkunden.

Da wir uns im Zustaendigkeitsgebiet der MBTA befinden - Bostons Commuter Rail - liegt es natuerlich nah, nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren.

Kurz vor knapp kamen wir am Bahnhof West Concord an und parken auf dem recht leeren Park-and-Ride Parkplatz hinter der Station. Da der Zug planmaessig in 2 Minuten kommt, muss es jetzt schnell gehen. Fahrkartenautomaten gibt es nicht und ich erfahre von einem anderen Reisenden, dass die Tickets im Zug verkauft werden.

Jetzt noch schnell Parkgebuehr bezahlen. Auf der Suche nach einem Automaten stehen wir schliesslich laechelnd vor diesem Kasten.


No credit for payment in wrong slut - ja, so ist das eben...



Man muss die 4$ Tages-Parkgebuehr in den Schlitz unter der Nummer des Parkplatzes einwerfen auf dem man steht. Scheisse, die hab ich mir nicht gemerkt - ich weiss nichtmal wo da Nummern standen. Also nochmal schnell zum Auto laufen und gucken. Über den Parkplatz hechtend sehe ich, dass die Nummern groß auf den Asphalt gepinselt sind. Kein Ding also. Nur war die Parkbucht in der wir standen nummernlos. Neiiiin. Also, umparken. Die 10 sollte es nun sein. Aus dem Auto raus reisse ich meine Arme in die Luft um dem Weib per vollzählig ausgestreckten Fingern zu deuten, dass sie das Geld im Schlitz 10 versenken soll. Aber wie in jeder guten Ehe, funktioniert das mit den subtilen Zeichen eher unzuverlässig. Nun gut, wir sind ja keine Baseballer. Nachdem das richtige Kaestchen gefuettert war, pfiff es auch schon von weitem. Der Zug rollte heran.



Ein weiteres, wie ich finde, bemerkenswertes Detail dieses Bahnhofs sind die Bahnsteige. Es gibt am Bahnhofsanfang 2 kurze Hochbahnsteige die sogar barrierefrei per Rollstuhl/Kinderwagen ueber eine Rampe erklommen werden koennen. An diesem Bahnsteig hat nur eine Tuer, oder maximal 2 Tueren an den Enden von zwei gekuppelten Wagen, Platz. Der restliche Zug steht am uebrigen, ebenerdigen Bahnsteig. Ein Schaffner oeffnet die Tueren am Hochbahnsteig und einer weiter vorne im Zug laesst die Leute an einem "Nichtbahnsteig" aussteigen.

Hochbahnsteigchen am Gleis in Richtung Boston.

Hochbahnsteigchen am Gleis in Richtung Fitchburg.

Beim Niederbahnsteig-Kollegen begang ich einen kleinen "Fehler". Ich wusste ja schon, dass die Tickets im Zug verkauft werden, da ich aber bargeldlos unterwegs war, habe ich gefragt, ob er denn Kreditkarten akzeptiert. Ich meine, die Frage haette ich mir eigentlich selber beantworten koennen. Man denke nur an die Technik des Parkplatzbezahlautomaten. Jedenfalls nimmt er nur Cash und es gibt keine Ausnahmen. Wuerde ich Einsteigen, werde ich wie ein Schwarzfahrer behandelt. Nunja, was das genau bedeutet habe ich nicht weiter hinterfragt. Ich habe ihn mit seinem magentafarbenen Zug fahren lassen und mich auf die Suche nach einem ATM gemacht um mich fuer den naechsten Zug mit Bargeld auszustatten.



Zug schiebt aus dem Bahnhof - ohne uns.
Nach einer grossen Portion Eis, einem Besuch an einem ATM sind wir dann in den naechsten Zug eingestiegen um nun endlich zu unserem nun noch etwa 50 Minuten entfernten Ziel "Boston North Station" zu fahren.

Vom Schaffner wurde mir dann im Austausch gegen gruen bedrucktes Papier, ein Ticket ausgestellt - Kinder fahren uebrigens in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos. Die Fahrkarte an sich ist auch eher Old School. Der MBTA Mann zog einen doppelt ausgefuehrten Papierbogen aus der Tasche und tackerte routiniert eine Reihe von Loechern in das Doppel-Blatt. Eines behielt er bei sich und eines war fuer uns:



Seat-Checks kennen wir ja schon von der MTA - das funktioniert hier nach dem gleichen Prinzip bzw. die kleinen Pappstreifen markieren fuer den Schaffner die Fahrgaeste, die er schon kontrolliert hat und die Zone in die sie fahren.

Neben all den altertuemlich anmutenden Prozessen und Geraetschaften gibt es aber vollklimatisierte Wagen, immer 2 Schaffner im Zug - Tag und Nacht - und kostenloses W-Lan. Letzteres funktionierte wunderbar und ohne komplizierte Anmeldung. Verbinden und lossurfen. Ich weiss jetzt nicht wie das Surferlebnis ist wenn der Zug in der Stosszeit voll ist, aber grundsaetzlich gehts und es kostet ja auch nichts.

Weitere Vorteile der robusten Technik des Parkplatzbezahlens, der Cash-Only im Zug und der analog gelochten Fahrkarte: Das funktioniert alles auch wunderbar ohne Strom, ohne Telefon und ohne das irgendwer ohne grossen Aufwand hier nachrichtendienstlich mitlauschen kann. Wenn ich in Zukunft mal irgendwann abtauchen muss, ich werde mit der MBTA reisen. ;o)

Einen Blog eines professionellen Fotografen, der "the T" bis Anfang diesen Jahres noch zum Pendeln nutzte, befindet sich hinter diesem URL: http://iridethet.blogspot.com/

1 Kommentar:

Holger hat gesagt…

Sowas...

https://itunes.apple.com/us/app/mbta-mticket/id560487958?mt=8


Ich haette also doch den ersten Zug nehmen koennen - das haette der liebe Schaffner mir aber auch sagen koennen.

Nunja, is ja alles gutgegangen :)

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