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Montag, 13. Dezember 2010

Fahrbeer

Hier ist es ja nicht so gerne gesehen, wenn man auf der Strasse mit einer Flasche oder Dose Bier rumläuft. Innerhalb öffentlich Verkehrsmittel gilt sicherlicht das gleiche Gesetz, aber das scheint den einen oder anderen nicht davon abzuhalten ab und an ein lecker Fahrbier zu trinken.
Im Express raus auf der Huson Line habe ich in den letzten Tagen immer mal wieder Mitfahrer gesehen, die sich am GCT noch mit einem kühlen, gebrauten Getränk ausgerüstet haben um es dann auf dem Weg in den Feierabend zu trinken.

Fein! Also habe ich es am Freitagabend denen gleich getan. Mein erstes, offizielles Fahrbier auf amerikanischen Gleisen. Prost!


Achja, Fahrwasser scheint es hier ganz offiziell und ohne Zusatzkosten in den Zügen zu geben...

Freitag, 10. Dezember 2010

Bahnhofserweiterung

Tja, nennen wir es Schicksal. An meinem neuen Heimatbahnhof "Cortlandt" wird, wie schon an meinem alten Heimatbahnhof Euskirchen, gebaut. Cortlandt besteht aus 3 Gleisen, 2 davon mit einem Mittelbahnsteig. Gleis 1 (das östliche) für die Züge in Richtung Norden (Poughkeepsie), Gleis 2 für die Züge in Richtung New York und Gleis 3, das von Zügen genutzt wird, die nicht in Cortlandt halten. Ich glaube allerdings, es wird nur von Zügen die in Nord-Süd Richtung verkehren genutzt. Zumindest fahren die nicht haltenden Fernzüge in Richtung Norden auch über Gleis 1 am Bahnsteig vorbei - genau wie die Regionalzüge.

Na lange Rede, kein Sinn: Von den beiden unmittelbar an den Bahnhof angrenzen Ortschaften aus - Montrose und Buchanan - gibt es jedenfalls keinen direkten Zugang zum Bahnsteig. Es muss ein Umweg gefahren werden um über eine weiter südlich gelegene Strassenbrücke auf die Seite zu gelangen auf der ein großer Pendlerparkplatz ist und auch der Zugang zur schon bestehenden Überführung zum Mittelbahnsteig.
Jetzt hat man wohl erkannt, dass man es den Bewohnern der Orte Montrose und Buchanan etwas einfacher machen könnte, wenn man die Überführung auch noch über die beiden Gleise 2 und 3 verlängert, damit man von beiden Seiten des Bahndamms die Züge bequem erreichen kann.



Auf dem Foto, Blick in Richtung New York, sieht man das Gebäude in dem der Aufzug und die Treppen und evtl. noch ein Kiosk eingerichten werden. Von da aus wird eine Überfürhung offenbar direkt an die schon über Gleis 1 führende angebaut werden. Das im Bild rechte Gleis ist übrigens das bahnsteiglose und das links gerade noch zu erkennende ist Gleis 2, von dem aus ich morgens in Richtung Grand Central Terminal aufbrechen.
Da, schonwieder eine Parallele - in Euskirchen bin ich auch immer von Gleis 2 zur Arbeit gestartet. Scheint also die gleiche Modellbahn zu sein auf der ich unterwegs bin, nur mit einem neuen Diorama und anderen Zügen :) Ähh, ja...

Donnerstag, 9. Dezember 2010

This Morning's Delays

Donnerstag früh hat mein ohnehin schon arg lange dauernder Pendelweg noch mehr Zeit gekostet als sonst. Wir sind im Schritttempo unter der Park Avenue lang zum GCT geschlichen. Nun gut, Verspätungen kommen vor. Passiert, gerade in der Peak und auch gerne mal in einer großen Großstadt.

Heute Abend komme ich dann wieder zum Zug und habe de Vormittag und die 15 Minuten Verspätung schon lange vergessen und finde auf dem Sitz einen Brief...



To Our Customers
December 9, 2010

The delays of up to 15 minutes that you may have experienced during your morning commute were caused by debris (=Geröll, Bauschutt) that blocked train traffic on two of four tracks in the Park Avenue Tunnel.

This incident left us two tracks on which to operate inbound and outbound service at height of our rush hour.

The debris was caused when a pantograph (=Stromabnehmer) on the 5.36am from Stamford malfunctioned and was raised in the Tunnel. While the train crew initiated emergency procedures to stop the train and prevent further damage, debris from the pantograph and Tunnek ceiling fell on the two tracks.

We immediately de-energized the affected tracks and dispatched emergency crews to quickly clear the debris. One track was brought back in about one hour; service was restored on the second affected track about 30 minutes thereafter.

We are investigating the cause of this incident, and apologize for any inconveniance you may have experiance due to this service disruption.



Was mir nur komisch vorkommt ist, dass die Stromabnehmer hier (wie z.B. bei der S-Bahn Berlin) unten am Zug montiert sind. Es gibt Stromschienen neben dem Gleis. Zumindest auf der Hudson River Line. Das mag offenbar in Richtung Stamford anders sein. Muss ich mir mal ansehen.

Montag, 6. Dezember 2010

Heimpendeln in New York

Das schoenste am Arbeitstag hier ist, wie in Deutschland auch, der Feierabend. Bevor es dann wieder auf die Fahrt mit der Hudson River Line geht, geht's als erstes wieder per Subway zurueck zum Grand Central Terminal. Abends verteilen sich die Pendlermassen ein bisschen besser als morgens - die Untergrundzuege und die oben fahrenden sind nicht ganz so voll.
Der schoenste Teil der Heimreise ist auch wieder das GCT. Es faengt schon auf dem Zwischengeschoss an, das auf dem Weg von der U-Bahn zur Haupthalle liegt. Hier steht jeden Abend ein anderer Musiker, der das gestresste Pendlervolk angenehm unterhaelt. Letzten Freitag gabs z.B. diese kleine Jazzband hier zu hoeren...




Oben in der Halle herrscht auch am Abend ein gewohnt schnelles Treiben. Allerdings hat man das Gefuehl, dass es in den ehrwuerdigen Mauern des GCT ein wenig "wuerdevoller" zugeht.


Aber hier taeusche ich mich gewiss. Die Menschen wollen nach Hause, werfen einen hastigen Blick auf die Anzeigetafeln um zu sehen, auf welchem Gleis der geplante Zug heute abfaehrt. Abends scheint das Gleis recht "stabil" zu sein - will sagen, es ist immer das gleiche. Morgens beim Ankommen ist das nicht so, da wird der Zug offenbar da rein gelasse, wo gerade Platz ist.


Am Bahnsteig angekommen steht der Zug dann schon bereit und in Kuerze geht es dann durch den langen Tunnel unter der Park Avenue Richtung Norden. Durch Harlem - wo nochmal kurz gahalten wird - ueber Yonkers - dann wieder dicht ran an den Hudson River.

Freitag, 3. Dezember 2010

I'm a commuter - going Downtown

Liebe Blogleser, ich bin dann mal drueben angekommen und habe auch schon mit dem Arbeiten angefangen.

Seit 3 Tagen fahre ich morgens runter nach Manhattan und Abends wieder raus nach Cortlandt. Ein ganz schoen weiter Weg, aber der gemeine New Yorker kommt wohl damit klar. Dann werde ich es auch. Man kann es - um mal Eifler Massstaebe anzulegen - mit einer taeglichen Anfahrt aus Birresborn nach Koeln vergleichen allerdings mit der Modifikation, dass ich in Birresborn starten wuerde, einmal in Gerolstein noch gehalten wird und ab da der Zug ohne Halt bis zum Hauptbahnhof durchfaehrt. Das macht die Sache recht angenehm. Es gibt keine Unruhe stiftenden Fahrgastwechsel. Es geht hier in Cortlandt am Bahnhof per Expresszug los um dann etwa 5 Minuten spaeter in Croton-Harmon nochmals zu halten. Ab hier laeuft der Zug dann ohne weiteren Stopp bis zum Grand Central Terminal an der 42. Strasse auf Manhattan.


Dann kommt der schoenste Teil der Reise: Es geht einmal von hinten rechts im Bahnhof nach vorne links in die U-Bahn. Durch die fantastische Haupthalle durch, die im Moment schlicht-schoen-weihnachtlich geschmueckt ist. In der U Bahn geht's dann in den fruehen Morgenstunden etwas robuster zu. Viele, viele Leute quetschen sich in die Zuege - fuer mich geht es mit einer der Express Linien 4 oder 5 weiter bis mitten in den Financial District. Fulton Station heisst mein Ziel. Und in spaetestens einer Woche werde ich beim Aussteigen auch den richtigen Ausgang erwischen, der meinem Buero am naechsten ist. Im Moment mache ich morgens immer mal noch einen Spaziergang um den Block :)

Alles in allem brauche ich etwa 2 Stunden von Haustuer (EG) zu Buerotuer (10.Etage). Ganz schoener Ritt, aber was tut man nicht alles.

Mittwoch, 17. November 2010

Auf Wiedersehen und Welcome!

Meine lieben Fahrbierfreunde - wer mich auf Twitter verfolgt, weiss sicher schon bescheid. Ich hatte gestern meinen letzten Kontakt mit dem Bahnhof Euskirchen im Speziellen und der Eifelbahn im Allgemeinen. Ich ziehe mit meiner Familie um.

Meine letzte Tour startete gestern früh um 7h25 Uhr in Birresborn und sollte mich mit dem RE12/RE22 nach Mechernich zum Zahnarzt bringen. Lustigerweise war der Zug der, der mich vor 20 Jahren bereits zur frühen Stunde in die Schule gebracht hat. Damals noch richtig mit dieseligen Lokomotive und silbernen und grünen Personenwagen. Heutzutage kommt da ein roter Talent aus dem Dunkel und bringt die Fahrgäste Richtung Köln.

Bahntrivia: Der Zug kommt als RE12 2-teilig aus Trier und wird in Gerolstein auf eine Einheit verkürzt und fährt dann als RE22 gen Köln.

Witzigerweise ist genau dieser Zug auch der, der mich bis vor ein paar Tagen jeden morgen von Euskirchen aus zur Arbeit gefahren hat. Ein doppelte Kreisschluss also irgendwie. :o) 

Bahntrivia: In Euskirchen wir der RE22 wieder auf 2 Teile verlängert und fährt dann bis zu seinem Endbahnhof Messe/Deutz.

Am Abend ging es dann mit dem RE11411 (RE22) und einem Fahrrad im Gepäck dann zum letzten Mal per Zug raus aus Euskirchen. Tja, das war's dann wohl mit uns, Euskirchen. Schön wars doch irgendwie in den letzten 8 Jahren.

Soviel zum "Auf Wiedersehen." In Sachen "Welcome" geht's für uns in den englischen Sprach- und "Pendelraum". Und zwar in den ohne Linksverkehr. Es geht in die USA. Ich werde ein paar Jahre in New York arbeiten aber nicht direkt im Städchen leben. Zu teuer und für uns Landeier mit Landkindern sicher nicht so dolle. Wir haben uns an den Expresszuglinien, die vom Grand Central Terminal ausgehend ins Umland führen, entlang ein paar Wohnungen uns Häuser angesehen und auch ca. 50 Minuten Zugfahrt (nur ab GCT) weit draussen ein lauschiges Plätzchen im Schatten eines Atomkraftwerks (zu spät gemerkt!) gefunden.

Die erste gute Nachricht für diesen Blog hier: Es geht auf jeden Fall weiter. Ich "commute" (to commute = pendeln) ja weiterhin mit dem Zug zur arbeit und aus den USA gibt's sicher auch noch viel interessantes zu berichten.

Die zweite gute Nachricht für diesen Blog hier: Es geht auf jeden Fall auch im Dunstkreis der Eifelbahn weiter. Ein Mitpendler aus Zülpich wird sich den Themen rund um Euskirchen und Köln annehmen und per Blogeintrag an bekannter Stelle kundtun. Das freut mich persönlich am meisten - das Projekt hier geht weiter!

Tja, das wars für heute - morgen früh geht's los über'n Teich. Sobald ich wieder kann (online bin) rechnet mit dem ersten Bericht auf Schienen von der Hudson River Line - meine neue Pendlerheimat.

"I'm in a New York state of mind."

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